Die Installation einer Solaranlage auf dem Dach Ihres Eigenheims erfolgt in mehreren Schritten. Wir erklären Ihnen den Ablauf - von der Planung bis zur Inbetriebnahme - und was Sie für den Betrieb Ihrer Solaranlage noch wissen müssen.


Planung einer Solaranlage

Zu Beginn bitten Sie mehrere Solarteure um ein unverbindliches, individuelles Angebot. Ein Solarteur hat die erforderliche Zusatzqualifikation, die ihm die Planung, Installation, Inbetriebnahme und Wartung von Photovoltaikanlagen erlaubt.

Manche Handwerker haben eine vergleichbare Fortbildung zur “Fachkraft für Solartechnik” abgeschlossen. Achten Sie unbedingt auf diese Qualifikationen, wenn Sie Solarteure suchen.

Alle Angebote sollten die Gegebenheiten Ihres Hauses und die Höhe Ihres Stromverbrauchs und ggf. auch zukünftige Erweiterungen (z. B. für ein Elektrofahrzeug) berücksichtigen.

Jedes Angebot sollte auch die Voraussetzungen für die Montage der Photovoltaikanlage geprüft haben.

Dazu gehören die Typologie (Flach- oder Schrägdach), Ausrichtung, Größe und Oberfläche Ihres Daches, sowie sein baulicher Zustand und eine eventuelle Verschattung. Der Solarteur muss auch die Verlegung der Kabel in Ihrem Haus berücksichtigen.

Liegen Ihnen alle Angebote vor, sollten Sie sie vergleichen, sich anschließend für ein Angebot entscheiden und den Solarteur beauftragen.


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Montage der Tragkonstruktion

Bevor der Solarteur die Solarpanels auf Ihrem Dach anbringen kann, muss er die Tragkonstruktion oder Unterkonstruktion montieren.

Dabei ist die Konstruktion zur Aufnahme der Solarmodule abhängig von der Art und Neigung Ihres Daches.

Bei einem Schrägdach werden Dachhaken und Aluminium-Schienen für die Tragkonstruktion verwendet. Der Solarteur verbindet die Dachhaken unter den Ziegeln mit den Dachsparren, um die Solaranlage zu sichern. Anschließend montiert er die Schienen an die Dachhaken zur Aufnahme der Solarpaneele.

Für ein Flachdach, ein Dach mit einer Neigung von maximal 10 Grad, verwenden die Monteure hingegen eine Unterkonstruktion. Mithilfe dieser Unterkonstruktion werden die Module in gewünschter Neigung und Ausrichtung installiert. Sie wird mit Gewichten, wie Steinen oder Kies, gesichert (“ballastiert”), damit sie sich bei Wind nicht verschiebt oder wegfliegt.


Verankerung und Befestigung der Solaranlage

Sobald der Installateur das Befestigungssystem montiert hat, werden die Solarmodule befestigt.

Wichtig ist, dass vorher die Ausrichtung der Schienen geprüft wird, damit die Module eine ebene Fläche ergeben und parallel zum Dach liegen. Mit Modulklemmen werden die Solarmodule dann an den Schienen befestigt.

Solaranlage verankern
Verankerung einer Solaranlage

Anschluss an den Wechselrichter

Im nächsten Arbeitsschritt erfolgt die Gleichstrom-Verkabelung. Dazu verbindet der Solarteur die Module untereinander mit bereits vormontierten Kabeln und schließt sie an den Wechselrichter an.

Für diesen Schritt darf der Monteur nur spezielle, für diesen Zweck zugelassene, Kabel verwenden. Damit sie nicht lose unter den Modulen hängen, verwendet er UV- und witterungsbeständige Kabelbinder zur Befestigung unter dem Modul oder an der Schiene. Es ist besonders wichtig, die Kabel witterungsgeschützt zu verlegen, keine Kabel einzuklemmen und keine Schlaufen zu bilden.

Der Solarteur verbindet die Module in einer Reihenschaltung (auch Serienschaltung genannt), Parallelschaltung oder Kombination aus beiden zu einer großen Anlage.

Für die Verbindungen der Module, unabhängig von Reihen- oder Parallelschaltung, setzen die Handwerker sogenannte MC4-Steckverbinder ein. Die Anschlüsse müssen fest sitzen, denn eine schlechte Verbindung wirkt sich negativ auf die Gesamtleistung der Solaranlage aus und kann aufwändige Reparaturen verursachen.

Im letzten Schritt verbinden die Handwerker die Module mit dem Wechselrichter. Dieser sollte idealerweise in einem kühlen, staubfreien und trockenen Raum, zum Beispiel im Keller oder in der Garage, montiert sein. Er sollte seine Abwärme ungehindert an die Umgebung abgeben können und sich nicht aufheizen. Sinnvoll ist es, ihn in der Nähe des Einspeisezählers zu montieren, um die Verluste gering zu halten.

Installation einer Solaranlage

Funktion des Wechselrichters

Alle elektrischen Geräte im Haushalt arbeiten mit Wechselstrom. Der Wechselrichter hat die Aufgabe, den Gleichstrom, den die Solarmodule erzeugen, in einen Wechselstrom mit der Netzfrequenz von 50 Hertz umzuwandeln. So können Sie anschließend den Strom in Ihrem Haushalt nutzen oder ins öffentliche Netz einspeisen.

Wechselrichter haben weitere Aufgaben:

  • Ertrag optimieren
  • Frequenz überwachen
  • Spannung, Stromstärke und aktuelle Leistung erfassen
  • Sicherheitseinrichtungen

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Batteriespeicher anschließen

Sie haben sich für die Installation eines Batteriespeichers entschieden? Damit Sie ihn optimal nutzen können, sollten Sie einige Punkte beachten.

  1. Die Größe des Speichers: Ist er zu klein, nutzen Sie nicht das volle Potenzial Ihrer Solaranlage. Ist er zu groß, können Sie seine volle Kapazität nicht nutzen.
  2. Entscheidend für die Dimensionierung sind die Größe Ihrer PV-Anlage und Ihr Verbrauch bzw. Ihr Verbrauchsverhalten.
  3. Ein Batteriespeicher mit einem Hybrid-Wechselrichter hat den großen Vorteil, dass Sie keinen zusätzlichen Wechselrichter für die PV-Anlage benötigen. Sie brauchen nur einen Wechselrichter, den die Solarteure an die Module und an den Batteriespeicher anschließen.

Anschluss Wechselstromkabel an den Zähler

Nun folgt der letzte Schritt der Installation. Der Elektriker schließt das Wechselstromkabel vom Wechselrichter an den Einspeisezähler an. Die Solaranlage kann in Betrieb gehen.

Inbetriebnahme

Zur Inbetriebnahme Ihrer Solaranlage überprüft der Solarteur die Funktionsfähigkeit der Anlage und führt eine Messung im Probebetrieb durch. Ist alles in Ordnung, reicht er das Inbetriebnahmeprotokoll beim zuständigen Verteilnetzbetreiber ein. Bei diesem hat er bereits vor Beginn der Installation die PV-Anlage angemeldet.

Der Netzbetreiber tauscht, falls erforderlich, den Zähler aus, bevor die Anlage in Dauerbetrieb gehen kann.

Betrieb

Ist sie in Betrieb, müssen Sie Ihre PV-Anlage noch im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur eintragen. Darüber hinaus sollten Sie prüfen, ob eine Anmeldung beim Finanzamt als gewerbliche Tätigkeit notwendig ist, zum Beispiel, weil Sie Strom ins öffentliche Netz einspeisen.

Damit die Installation Ihrer Solaranlage reibungslos funktioniert, sollten Sie sich ausschließlich an erfahrene Montagebetriebe und Solarteure wenden. Diese beantworten alle Ihre Fragen und sorgen dafür, dass Sie sich lange über günstigen und sauberen Strom freuen können.


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